Taille du texte

 

 

 

 

 

« expressionistische Künstlerin, Neue bildlische Darstellung »


Dixit Hélène Couder-Bordeloup, Malerin und Bildhauerin Professeur d’Arts Plastiques

 

An einem Novembertag stürzt ein einzigartiges Wesen in das Atelier hinein : France.

 

Ihre Mutter ist Malerin und Bildhauerin. Ihr Vater Florent (in der Zeit von Mermoz), aus Leidenschaft, Pilot.

 

In ihr treffen sich also zwei Leidenschaften : Kunst in all ihren Formen, und Fliegen. Das gibt France übrigens den Schwung, nachdem sie durch ihre dynamische eigenwillige Haltung und Persönlichkeit, durch ein zugegebenes und wohl akzeptiertes Aussenseitersein die Welt der Chemie geprägt hat. Sie bleibt ein eigentümliches Wesen, das man keiner Kategorie zuordnen kann, ein Seiltänzer zwischen zwei Welten, mit ausgeprägten Hang zu Hektik und Freiheit.

 

Ihre Begegnung mit Huguette (die jetzt ihren Werken die Patine gibt) veränkert sie in einem reichen, variierten, bunten Alltag, wo Politiker, Künstler, originelle Unbekannte, neuartige Familientypen...usw vorkommen. Kommunikation, Grosszügigkeit, Entfaltung der eigenen Persönlichkeit : da ist die Welt der France.

 

Mit der Fotographie hat sie angefangen, ihren Blick zu schärfen und den flüchtigen Augenblick aufzuhalten. Ihre Sinne, ihr Wahnsinn, ihre schöpferische Gewalt wurden dann durch das Zeichnen und am Ende durch die Bildhauerei geschärft ; diese stellte sich am Ende als das ideale Ausdrucksmittel für France heraus : sich mit der Tonerde, den Formen messen, hineinschneiden, abschneiden, abrunden, aushohlen, in einer ununterbrochenen Suche nach der richtigen Form, dem richtigen Volumen, dem richtigen Tempo, die eigene Gewalt, die Kraft, die Hybris, das Aufbegehren, die Lust, das Suchen, die Träume austreiben. Auch Musik wohnt France inne, Tempo, Jazz, Gospel. Alle Künste sind in dieser Seele anzutreffen, die ein Ausdruckmittel für ihre innere Welt, mit ihrem Volk von fabelhaften Tieren, Gôttinnen, Appolonen, gequälten Gesichtern sucht. Die, im tiefsten verborgen, liegenden Gefûhle und Emotionen werden ans Licht gezerrt, in Tonerde hineingeschrien, in Bronze veredelt, bebend noch zu Gestalten erstarrt.

 

Spontan setzt sich France mit allen Materien auseinander :Erde, Metall, Stein, Bronze. Sie beugt und biegt sie, zâhmt sie, streichelt sie und zwingt sie, ihr Geheimis preiszugeben. Schon lange trug sie diese Begabung als Bildhauerin in sich und sie brauchte wirklich kaum zu lernen. Sie gibt der Welt zurück, was schon immer in ihrer Fantasie, in ihrer Seele, in ihrem Herzen wohnte.

 

Leidenschaft, Enthusiasmus, Schwung, Furcht, Schweigen und Schreien haben die Künstlerin France geformt. Ihre übersteigerte Sensiblität findet in der Bilhauerei ein Ausdrucksmittel, das ihr Gnade, Heiterkeit und inneren Frieden zurückgibt. Mit beizendem Humor, äusserter Einfachheit bewegt sie sich hin und her zwischen den Erwachsenen und der Kinderwelt. Die Kinder werden übrigens wie Nachtfalter von diesem Licht angezogen.

 

France ist ein facettenreiches Unikum, gebrechlich und aus diesem Lehm, der für alle Ewigkeit zur Kraft der Bronze erstarrt.

 

Bule CAPTUS